Mit Volldampf in die Fasten-Zeit – 10 hilfreiche Tipps

Ab dem 17.02.2021 wird wieder traditionell gefastet. Auch wenn wir durch Corona schon auf vieles verzichten müssen, macht es Sinn, den Körper und auch den Geist für einige Wochen zu entgiften und sozusagen auf Werkseinstellung zurückzustellen. Im heutigen Blogbeitrag wollen wir euch über das traditionelle Fasten informieren, euch verschiedene Fastenarten vorstellen und euch hilfreiche Tipps an die Hand geben, damit eure Fastenzeit ein voller Erfolg und keine Tortur wird.

Warum fastet man?

In fast allen Religionen gibt es eine Form des Fastens. Im Koran findet man bspw. den Fastenmonat Ramadan verankert. In der Bibel gilt die Zeit ab Aschermittwoch für 40 Tage als Fastenzeit. Ziel ist es, Körper und Geist zu reinigen, um mit dem Schöpfer wieder näher in Kontakt zu kommen. Aber auch ein Gefühl der Gemeinschaft und Solidarität ist wichtig.
Heutzutage fasten wir auch, weil unsere Welt so schnelllebig und überfordernd geworden ist. Essen im Überfluss, wenig Bewegung und vor allem auch fehlende Achtsamkeit, lassen uns kein gesundes Leben führen. Deshalb ist es wichtiger denn je, eine Fastenzeit im Jahr zu bestreiten.
Im näheren Verlauf wollen wir zunächst auf das christliche Fasten näher eingehen.

Wann fasten Christen?

Die klassische Fastenzeit startet am Aschermittwoch in diesem Jahr am 17.02.2021 und endet nach 40 Tagen am Osterfest. Wusstest du, dass es ursprünglich sogar jede Woche zwei Fastentage gab? Dies waren zum einen der Mittwoch, weil Jesus dort von Judas verraten wurde und der Freitag, welcher an die Kreuzigung Jesus erinnern soll. Deshalb wurde und wird in vielen christlichen Familien am Freitag kein Fleisch gegessen. Dies führt uns direkt zur nächsten spannenden Frage.

Wie fasten Christen? Worauf wird in der Fastenzeit verzichtet?

Der wichtigste Verzicht ist Fleisch. Innerhalb der 40 Tage soll komplett auf Fleisch verzichtet werden. Traditionell wie schon zuvor geschildert auch an allen Freitagen. Darüber hinaus ist an Karfreitag und Aschermittwoch nur eine Hauptmahlzeit erlaubt. Wichtig sei ein spürbarer Verzicht, der bewusst erlebt werde. Im klassischen katholischen Fasten waren/ sind auch alle tierischen Erzeugnisse wie Milch, Butter, Sahne und Käse innerhalb der Fastenzeit verboten. Fastende sind zu dieser Zeit also Veganer. Ein weiterer Verzicht ist die Abstinenz von Alkohol.

Während der 40 Tage Fasten verzichtest du auf: 
Fisch
Fleisch
tierische Erzeugnisse (Milch, Sahne, Eier, Käse)
Alkohol 

go veggie und gönn dir: 
saisonales und regionales Obst und Gemüse 
Hülsenfrüchte und Nüsse 
Mandeldrink, Haferdrink
kaltgepresstes natives Olivenöl
Vollkornprodukte
unverarbeitete Lebensmittel

Ist das traditionelle Fasten überholt?

Nein, ganz und gar nicht! Für den Körper ist die Fastenzeit in der heutigen Gesellschaft ein reiner Segen. Wir konsumieren zu viel Fleisch, welches nachweislich nicht gut für unsere Gesundheit ist. Vor allem rotes Fleisch erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf Erkrankungen. Wer sich hierzu belesen möchte dem empfehlen wir ” Der Ernährungskompass” von Bas Kast. Auch Alkohol gehört für viele Menschen zum täglichen Genuss dazu und es macht durchaus Sinn, sich über seinen tatsächlichen Konsum klar zu werden. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann auch auf Zigaretten, Süßigkeiten (oder raffinierten Zucker) und stark verarbeitete Lebensmittel verzichten.

Welche Fastenformen gibt es?

In den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten haben sich die verschiedensten Fastenformen entwickelt. Veränderungen durch Technik und andere Lebensweisen erfordern auch immer wieder neue Arten des Fastens. Wir möchten euch einige der für uns sinnvollen Fastenarten kurz erläutern.

Fasten nach Buchinger

Fasten nach Buchinger wird auch als klassisches Heilfasten bezeichnet. Beim Heilfasten wird freiwillig auf feste Nahrung verzichtet. In einem Fastenzeitraum von 5 bis max. 35 Tagen ernährt sich der Fastende von Wasser, Tee, Säften und Gemüsebrühe.

Basenfasten

Beim basischen Fasten wird auf tierische Erzeugnisse verzichtet. Somit sind Fleisch, Eier, Milch und Käse tabu. Des Weiteren wird auf sehr säurehaltige Lebensmittel wie zum Beispiel Tomaten und Paprika verzichtet, um den Säure Basis Haushalt im Körper wieder zu regulieren. Auch Kaffee und Zucker sind nicht erlaubt. Während unserer Fasten Retreats, wirst du auch das klassische Basenfasten kennenlernen.

Basen fasten auf Usedom 
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Intervallfasten

Beim Intervallfasten wird in einer bestimmten Zeit gegessen und in der restlichen Zeit gefastet. Besonders beliebt und effektiv ist hierbei das 16:8 Fasten. Hier fastest du also 16 Stunden am Stück und kannst dann 8 Stunden lang essen. Wie du deine 8 Stunden legst, ist dir überlassen. Warum ist Intervallfasten so sinnvoll? Der Körper hat in den 16 Stunden genug Zeit zum Verdauen. Dadurch, dass nicht gesnackt wird, kann der Körper nach der Verdauung mit der Fettverbrennung starten. Nach 14 Stunden entrümpelt er alte und kaputte Zellen und hilft somit dem Immunsystem und der Zellverjüngung. Das Intervallfasten lässt sich super in den Alltag integrieren.

10 hilfreiche Tipps zum Fasten

  1. Reduziere im Vorfeld deinen Zucker- und Kaffeekonsum – Bevor du mit deiner Fastenzeit startet, sollst du deinen Zucker – und Kaffeekonsum herunterfahren. Warum? Zucker, Kaffee und natürlich auch Alkohol sind für unseren Körper Suchtmittel. Wenn wir diese von einen auf den anderen Tag komplett weglassen, wehrt sich unser Körper mit Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Antriebslosigkeit.
  2. Entleere deinen Darm vor dem Fastenstart – Deine Fastenzeit wird dir leichter erscheinen, wenn du keinen Hunger hast. Ein leerer Darm spielt hierbei eine große Rolle. Je nachdem, wie viel du vorher gegessen hast, kann es natürlich trotz Darmentleerung sein, dass du in den ersten 1-3 Tagen Hunger hast.
  3. Sobald der Hunger kommt, heißt es trinken – Hunger ist vor allem in den ersten Fastentagen normal, da unser Magen an ganz andere Mengen gewohnt ist. Hier heißt es also immer viel Wasser und ungesüßten Tee trinken.
  4. Trinke ausreichend! 2 Liter sind am Tag das Minimum, besser noch 2,5 Liter. Vor jeder Mahlzeit kannst du deinen Magen mit einem Glas Wasser vorbereiten.
  5. Verzichte auf Hochleistungssport – Während der Fastenzeit betreibt dein Körper bereits Hochleistungssport, da er sich auf eine komplett andere Ernährungsweise umstellen muss. Dies wirst du auch daran merken, dass du in den ersten Tagen oft müde bist und dir mitunter kalt sein wird. Dein Körper braucht die Energie für die Umstellung. Wähle also sanfte Sportarten, oftmals reichen ein schöner Spaziergang oder ein paar Dehnübungen vollkommen aus.
  6. Höre auf deinen Körper – Wenn du merkst, dass es dir nicht gut geht, dann lege dich hin und ruhe dich aus. Deine Fastenzeit solltest du am besten zum Wochenende hin starten oder in deinem Urlaub. Schalte einen Gang zurück.
  7. Setze auf vollwertige, unverarbeitete Lebensmittel – Kaufe regional und saisonal ein und achte beim Bastenfasten und Intervallfasten auf eine ausgewogene Ernährung. Koche frisch und lerne Lebensmittel wieder richtig kennen. Wenn du auf tierische Erzeugnisse verzichtest, sind vor allem Linsen und Bohnen wichtige Proteinquellen. Aber auch Nüsse und Chiasamen.
  8. Verzichte auf Nahrungsergänzungsmittel – Durch eine ausgewogene Ernährung erhält der Körper alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe, die er braucht. Lediglich Vitamin D3 kann der Körper nicht selbst produzieren. Veganer sollten auch B12 zu sich nehmen, da dieses in Pflanzen nicht enthalten ist.
  9. Versuche, Routinen auch für deinen stressigen Alltag zu entwicklen – Ziel soll es sein, den Körper nachhaltig auf eine gesunde Ernährung umzustellen. Innerhalb der Fastenzeit kannst du tolle Routinen entwickeln, welche dir im stressigen Alltag helfen können. Gewöhne es dir an immer einer Portion mehr zu kochen, welche du dann einfrieren kannst, um sie an stressigen Tagen zu essen. So wirst du viel seltener zu Fast Food greifen.
  10. Belohne dich – Leben heißt natürlich nicht nur Verzicht. Lege schon im Vorfeld fest, was du nach der Fastenzeit gerne essen möchtest oder ob du dir was tollen gönnen willst, sobald du es geschafft hast. Deine Oma hat nur für dich den leckersten Apfelkuchen gebacken? Dann mach ihr und dir eine Freude und iss ein Stück. Lass es bloß nicht zur Gewohnheit werden, dass Kuchen jeden Tag dazu gehört. Solche Schlemmereien sollten in jeder Ernährung die Ausnahme und etwas Besonderes sein.

Du hast Lust bekommen zu fasten? Dann informiere dich doch direkt über unser Fasten Retreat im April auf der Insel Usedom. Dort wirst du eine Woche lang leckere Rezepte ausprobieren, die Natur der Insel genießen und dich mit Gleichgesinnten austauschen können.

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