Mudras – Für mehr Achtsamkeit und Wohlbefinden im Alltag

Was sind Mudras und wie wirken diese?

Mudra heißt im eigentlichen Wortsinn „Siegel“, welche im Allgemeinen Hand- und Körperhaltungen sind. Diese werden insbesondere im Yoga und bei Meditationen verwendet.  Durch die Ausübung der Mudras können Bewusstseinszustände hervorgerufen werden, die eine „innere Balance“ in uns entstehen lassen.  Insbesondere bei bestimmten Beschwerden oder manifestierten Krankheiten wie Asthma, Husten, chronische Verstopfungen oder Hautausschläge werden Hand-Mudras gerne verwendet, um eine Veränderung des Energieflusses zu erzeugen. Unwillkürliche Körpervorgänge können durch die Verwendung der Mudras bewusst gemacht werden. Zudem haben Mudras einen Einfluss auf unsere Energiezentren (Chakren) in unserem Körper. In diesem Blog konzentrieren wir uns auf die Fingermudras, welche insbesondere zum Stressabbau und zur Steigerung deines Wohlbefindens geeignet sind.

Woher kommen Mudras?

Es ist nicht vollständig geklärt, wo Mudras herstammen, da viele Kulturen auf der ganzen Welt diese beinhalten, allerdings lässt sich eine lange Tradition in Indien wiederfinden. Gottheiten wie Shiva (Gott der Zerstörung)), Brahma (Gott der Schöpfung) oder Vishnu (Gott des Ausgleichs) drücken ihre Macht durch die Charakteristiken ihrer Augen und die Stellung ihrer Hände aus, sodass Gläubige durch die Haltung ebenfalls diese „Macht“ in sich entstehen lassen können. Es wird vermutet, dass Mudras beim indischen Tempeltanzes vor 5000 Jahren verwendet wurden. Mudras findet man in verschiedenen Religionen wieder, in dem zum Beispiel im Christentum die Hände während des Gebets zusammengefaltet oder die Arme in die Höhen gehalten werden.

Welche Arten von Mudras gibt es?

Wie werden Mudras angewendet?

Aufgrund ihrer Einfachheit können Mudras jederzeit und überall angewendet werden.  Du kannst sie einfach und bequem in deiner Alltagsroutine einbauen. Wenn du Beginner bist, entscheide dich am Anfang für drei Mudras. Wähle für dich den passenden Ort und richtigen Zeitpunkt aus. Frage dich, wann und wo du Mudras praktizieren möchtest z.B. in deiner Mittagspause um Kraft zu tanken, in der U-Bahn, in der Badewanne, in der Einkaufsschlange im Supermarkt, abends Zuhause auf deiner Yogamatte/Couch oder doch lieber morgens nach dem Aufstehen.

Zu Beginn empfehlen wir eine bestimmte Zeit und einen Ort beizubehalten, um herauszufinden, ob der Zeitpunkt und Ort für dich geeignet ist. Nach einigen Tagen weißt du, was dir gut tut und willst eventuell dein Mudra- Repertoire erweitern bzw. nach deinen Bedürfnissen anpassen. Zudem kannst du Affirmationen innerlich mehrmals wiederholen.

Im Folgenden werden wir die kleine Tipps geben, wenn du die Mudras im Liegen, Sitzen, Stehen oder Gehen ausführen möchtest:

Mudras im Liegen

Es ist wichtig, dass du ein kleines Kissen unter deinen Kopf legst und wenn du deinen unteren Rücken entlasten möchtest, kannst du dir eine Rolle unter deine Kniekehlen legen

Mudras im Sitzen

Wenn du lieber sitzen möchtest, ist es wichtig, dass deine Füße den Boden berühren. Achte insbesondere darauf, dass deine Beine nicht überkreuzt sind, da das deinen Energiefluss im Körper beeinträchtigt. Es ist manchmal gar nicht so einfach, seine Beine nicht zu überschlagen!

Mudras im Gehen

Du kannst Mudras ebenfalls im Gehen anwenden. Wichtig ist, dass du so läufst, dass dein Atem, und Gang in einem gleichmäßig Rhythmus stattfinden.

Mudras im Stehen

Wenn du Mudras im Stehen durchführen möchtest, dann achte darauf, dass deine Füße hüftbreit auseinander stehen. Deine Arme und Schultern sind dabei ganz locker.

Wie lange werden Mudras gehalten?

Es gibt keine festen Regeln, wie lange ein Mudra gehalten werden soll. Am wichtigsten ist nämlich, dass deine Aufmerksamkeit in deinen Finger bleibt. Das ist zu Beginn gar nicht so einfach, da dein Kopf unzählige Gedanken kreieren wird, sodass deine Aufmerksamkeit von einem Gedanken zum Nächsten wandert. Probiere dich in den verschiedenen Mudras und Zeitlängen aus (z.B. 2-3 Minuten, 10 Minuten, 15 Minuten usw.), sodass du ein Gefühl für deren Wirkung entwickelst und deine Mudra- Praxis nach deinen Bedürfnissen ausrichten kannst.

Falls du unter chronischen Erkrankungen oder körperlichen Beschwerden leidest, empfiehlt es sich eine Mudra bis zu 45 Minuten zu halten, die du auch tagsüber so aufteilen kannst, dass du diese 3x für 15 Minuten hältst.

6 Mudras und ihre Wirkungen

1. Mudra der inneren Schönheit (Lotus-Mudra)

Kennst du Lotusblumen? In vielen Kulturen stehen diese für Liebe und Schönheit. Diese Mudra hilft uns, wie wir Stress an uns „vorbeiziehen“ lassen können. Nimm dir hierfür ein paar Minuten Zeit.

So geht’s:

Zu Beginn berühren sich deine Fingerspitzen. Lasse langsam die Finger langsam auseinander gehen, sodass sich nur noch die Spitzen deiner Daumen und deiner kleinen Finger berühren.

Folgende Affirmationen kannst du hierfür dir innerlich wiederholen:

·      „Ich öffne mich Neuem gegenüber.“

·     „Ich schaffe Raum für Erneuerung und Liebe.“

2. Mudra gegen Wut und Depression (Tse-Mudra)

Wusstest du, dass das Wort Depression aus dem Englischen „to depress“ = „unterdrücken“ stammt? Meist werden Aggressionen unterdrückt, sodass dein Körper die ganze Zeit angespannt bleibt. Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen oder Angstzuständen. Die Stressbelastungen im beruflichen und privaten Alltag können überhand nehmen.  Mit dieser Mudra kannst du „Dampf ablassen“ sowie Angst und Traurigkeit hinter dir lassen – zu jeder Zeit – ob beim Joggen oder in deiner Jackentasche in einem beruflichen Meeting.

So geht’s:

Lege deinen Daumen in die Handfläche derselben Hand und umschließe den Daumen mit den anderen vier Fingern. Achte darauf, dass du deine Hände nicht fest zu einer Faust ballst.

Atme bei deiner Affirmation „Ich spüre meine Wut“ aus und bei deiner Affirmation „Ich akzeptiere sie“ ein.

3. Mudra der Dankbarkeit (“Namaste- Mudra”)

Nach insgesamt 5 Jahren in Indien habe ich diese bekannteste Grußgeste zu lieben gelernt, da diese eine tiefe Haltung der Dankbarkeit und des Respekts vor anderen Menschen und sich selbst spüren lässt. Sie sorgt für eine innere Balance und mehr Lebensfreude.

Namaste Mudra
Namaste Mudra

So geht’s:

Lege deine Hände in der Gebetshaltung aneinander, sodass die Finger nach oben zeigen. Der Kopf neigt sich leicht zum Herzen.

Zudem wiederhole innerlich mehrmals folgende Sätze:

·      „Ich respektiere mich.“

·     „Ich bin dankbar, dass ich lebe.“

4. Dhyani Mudra- das Siegel der Meditation

Dhyani Mudra
Dhyani Mudra

Diese Mudra ist eine klassische Meditationsgeste. In dieser Haltung der Hände erlangte Buddha meditierend unter einem Feigenbaum seine Erleuchtung. Diese Mudra fördert die Achtsamkeit und ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit.

So geht`s:

Lege deine Hände locker in den Schoß während die Handinnenflächen nach oben zeigen. Die rechte Hand liegt oben und beide Daumen berühren sich.

5. Mudra des Adlers (“Garuda-Mudra”)

Finger Position der Garuda Mudra. Spreize deine beiden Hände wie Flügel und verbinde deinen Daumen miteinander. Die Hände sind vor dem Herzen, sodass die Handinnenflächen zum Körper zeigen.
Garuda Mudra

Diese Mudra schenkt neue Energie, insbesondere wenn du dich erschöpfst und müde fühlst. Es verbessert die Durchblutung und bringt den Kreislauf in Schwung. Zudem hilft diese bei Atembeschwerden und führt zur inneren Ruhe und Ausgeglichenheit.

So geht’s:

Spreize deine beiden Hände wie Flügel und verbinde deinen Daumen miteinander. Die Hände sind vor dem Herzen, sodass die Handinnenflächen zum Körper zeigen.

Folgende Affirmation kannst du hierfür verwenden:

  • “Ich zeige meine Stärke, weil ich innerlich ausgeglichen bin.”

6. Mukulua Mudra

Finger Position der Mukulua Mudra . Die Spitzen deiner vier Finger berühren deinen Daumen.
Mukulua Mudra

Wenn du dich schlapp, müde und energielos fühlst, wird diese Mudra für dich geeignet sein. Diese Mudra wirkt sich auf deinen gesamtem Körper aus, da Giftstoffe aus deinem Körper herausgelöst werden während dein Immunsystem gestärkt wird. Du wirst dich nach dieser Mudra rundum frisch fühlen.

So geht`s:

Die Spitzen deiner vier Finger berühren deinen Daumen.

Hierfür kannst du innerlich wiederholen:

“Ich stärke meinen Körper und erhalte Energie.”

Auf den Geschmack gekommen?

Wenn du regelmäßig übst, wirst du recht schnell eine Veränderung spüren, insbesondere wenn die Wirkungen der Mudras einsetzen. Es ist bekannt, dass wiederkehrende Reaktionen durch wiederkehrende Reize ausgelöst werden. Das heißt, wenn du Mudras regelmäßig anwendest, speichert unser Körper die inneren Bilder, Haltungen und Gefühle als Einheit. In unserem „Hamsterrad-Alltagsstress“ nehmen wir oft Signale unseres Körpers nicht wahr oder umgehen diese in verschiedenen privaten und beruflichen Situationen. Nimm die Signale genau wahr, sodass Krankheiten verhindert werden können. Mudras werden dir helfen, sich bewusst Zeit zu nehmen – nur für dich ganz allein.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Ausprobieren. Das Beste kommt natürlich zum Schluss. Wir haben ein e-book erstellt mit 30 verschiedenen Hand Mudras. Mit hilfreichen Fotos und Erläuterungen steht deiner Mudra Praxis nichts mehr im Weg. Das e-book kannst du direkt hier bestellen:

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