Wie entwickele ich neue Routinen?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Grundsätzlich ist das gar nichts Schlechtes, denn Routinen laufen über einen Automatismus ab und wir müssen nicht groß nachdenken und uns bemühen, eine Tätigkeit auszuüben. Dumm nur, wenn wir uns schlechte Gewohnheiten zu eigen gemacht haben. Morgens direkt nach dem Aufstehen das Smartphone in die Hand nehmen, rauchen, sich keine Zeit zum Essen nehmen, lieber Couch als Fitnessstudio …

Die Liste ist lang und ich bin mir sicher, auch du wirst schlechte Gewohnheiten haben, die du gern durch positivere Routinen ersetzen möchtest. Dass das jedoch gar nicht so einfach ist, brauche ich dir nicht zu erzählen. Ich habe in den letzten Wochen den Selbstversuch gestartet und möchte dich im heutigen Blogbeitrag an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

66 Tage Regel
Die 66 Tage – Regel

Warum brauche ich neue Routinen?

Bevor ich von heute auf morgen wild begann, neue Gewohnheiten in mein Leben zu integrieren, habe ich mich zunächst einmal gefragt, warum ich neue Routinen brauche. Was genau will ich verbessern? Welche Dinge stören mich? Was erhoffe ich mir durch neue Routinen? Ich stellte für mich fest, dass ich meinen Morgen als hektisch und energieraubend empfand. Normalerweise stand ich so auf, dass ich eine halbe Stunde Zeit für das Fertigmachen und Frühstücken hatte. Dann ging es direkt zur Arbeit. Mein erster Blick galt immer dem Smartphone. Ich war gedanklich schon am Arbeiten und vergaß mich dabei total.


Schon am frühen Morgen war da Druck, Stress und wenig positive vibes. Für mich stand fest, dass ich dringend eine neue Morgenroutine benötigte, um dem entgegenzuwirken. Ich will ehrlich zu dir sein, diesen Entschluss habe ich nicht erst einmal gefasst. Mehrmals nahm ich mir schon vor, am Morgen Yoga oder Sport zu machen, zu meditieren, eine Stunde zu lesen oder die Wohnung aufzuräumen. Meist funktionierte es, wenn überhaupt, eine Woche und dann war ich wieder bei meiner halben Stunde Fertigmachzeit am Morgen.

Was hinderte mich bisher an einer Morgenroutine?

Es folgt nun eine laaaaaange Liste aller Ausreden und Hindernisse, welche meiner Morgenroutine immer schnell den Gar ausmachten. Hauptgrund Nummer 1 : Ich war ganz einfach zu müde. Denn eine neue Routine bedeutet für mich auch früher aufzustehen. So snoozte ich von einem Intervall ins nächste und stand dann zur gewohnten Zeit auf, um noch eine halbe Stunde bis zur Abfahrt zu haben. Dicht gefolgt auf Platz 2 : Ich hatte keine Energie für Sport oder Yoga und es war einfach nur eine Quälerei. Auf Platz 3: Ich schlief bei der Meditation einfach wieder ein. Ja, kein Witz. Ich saß auf meinem Kissen und zack war ich auch schon wieder im Land der Träume. Ähnlich war es, wenn ich am Morgen ein Buch in die Hand nahm. Zusammenfassend kann ich also feststellen, dass diese Sachen einfach nicht geeignet für mich waren, um sie zu meiner Morgenroutine werden zu lassen.

Ziel meiner neuen Routinen

Von meiner neuen Morgenroutine wünschte ich mir einen stressfreien Start in den Tag. Eine Tätigkeit, die nicht zu anstrengend, aber auch nicht zu ermüdend ist, bei welcher ich die Gedanken schweifen lassen kann und welche ich ohne große Vorbereitung jeden Tag machen kann. Tja, bleibt irgendwie gar nicht so viel über. Hast du schon eine Idee, was es für mich geworden ist? Ich verrate es dir. Ich gehe am Morgen spazieren! Sorry, wenn du jetzt etwas Spannendes und Kreativeres erwartet hast. Spazieren kann ich jeden Morgen ohne große Vorbereitung. Ich muss nur die richtige Kleidung anziehen und dann kann es losgehen. Die frische Luft klärt meine Gedanken und lässt mich wach werden. Ich habe immer einen Kaffee dabei und bin somit nach dem Spaziergang putzmunter.

Vorbereitung und Umsetzung meiner neuen Routine

Auch wenn Spaziergang , so simpel klingt, gab es auch direkt wieder viele Ausreden, es nicht zu tun. Zu kalt, zu nass, zu dunkel, zu windig, zu müde … So versuchte ich also etwas gegen all diese Ausreden zu tun. Ich legte mir entsprechende Kleidung zu. Regenjacke, Matschschuhe, Thermohose, Mütze usw. Mit meiner neuen Routine fing ich direkt vom Übergang der Sommerzeit in die Winterzeit an. Der Wecker klingelte also weiterhin zur Sommerzeit und so gewann ich eine Stunde, die mir gar nicht wehtat. Guter Nebeneffekt: Ich gehe abends nicht mehr so spät ins Bett.

Des Weiteren besorgte ich mir noch zwei neue Thermobecher für meinen Coffee to go. Und so stapfe ich nun jeden Morgen mindestens eine halbe Stunde durch den Wald, am Strand entlang oder einfach durch die Siedlung. Die ersten 2 Wochen waren nicht so einfach, gerade wenn es kalt und regnerisch war, war mein Schweinhund riiiiesig. Aber danach fühlte ich mich frisch und vital, der Gedanken motivierte mich. Auch jetzt, wo die Tage immer kürzer werden und es morgens dunkel ist, halte ich an meiner Routine fest. An drei Tagen ging ich nicht spazieren und war dann den ganzen Tag über unausgeglichen und ich stellte fest, dass es mir fehlte. Wichtig ist, dass du durchhältst! Es bedarf nämlich mindestens 60!!! Tage, bis wir eine neue Gewohnheit verinnerlicht haben und sie für uns selbstverständlich ist.

Wintermorgen mit Schnee auf Usedom
Der beste Start in den Tag für mich: ein Spaziergang durch den Winterwald auf Usedom

Fazit meiner neuen Morgenroutine

Ich starte viel entspannter in den Tag. Nach meinem Spaziergang fühle ich mich frisch und vital und gehe mit einem viel besseren Gefühl ins Büro. Ich freue mich mittlerweile darauf, am Morgen loszustapfen. Jetzt im Winter nehme ich Nüsse und Äpfel mit und füttere unterwegs Vögel und Eichhörnchen. Fest steht für mich, dass ich diese Routine unbedingt beibehalten will. Auch in stressigen Zeiten. Um dies auch im Sommer zu gewährleisten, habe ich mir bspw. vorgenommen, vor 10:00 Uhr morgens keine Termine zu vereinbaren. So kann ich sicherstellen, dass ich die Morgenstunden nur für mich habe.

Zusammenfassung

So etablierst du erfolgreich eine neue Routine:

  1. Mache dir bewusst, warum du eine neue Routine in dein Leben einführen möchtest? Was stört dich bisher? Welche Veränderungen wünschst du dir? Was erhoffst du dir?
  2. Setze dir klare Ziele! Formuliere deine neue Routine so detailliert wie möglich. Ziele wie „Ich möchte mehr Yoga machen“ sind nicht klar genug definiert. Besser wäre „ich möchte jeden Morgen für 10 Minuten Yoga machen“ oder „Meine festen Yogatage werden Montag und Donnerstag, hier nehme ich mir am Morgen 30 Minuten Zeit.“
  3. Fang klein an! Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und niemand erwartet von dir, dass du täglich eine Stunde Sport machst. Fang klein an und steigere dich kontinuierlich. So wie es sich für dich am besten anfühlt. Aus 5 Minuten Yoga wird so vielleicht irgendwann einmal 30 Minuten Yoga. Wichtig ist viel mehr, dass du kontinuierlich dran bleibst.
  4. Störfaktoren eliminieren. Überlege was dir alles dazwischen kommen könnte, um dich an deinem Vorhaben zu hindern. Versuche dem entgegenzuwirken. Lege dir deine Utensilien oder deine Kleidung im Vorfeld zurecht, packe deine Tasche, stelle in der Küche am Vorabend alles bereit. Vorbereitung heißt das Zauberwort!
  5. BLEIB DRAN! Behalte dein Ziel im Blick und gib nicht nach wenigen Tagen auf. Am Anfang ist man meist super motiviert, doch schnell kommen die Ausreden oder Krankheiten dazwischen. Eine neue Routine etabliert sich erst nach 66 Tagen!!! Erinnere dich durch kleine Memos, Erinnerungen im Smartphone oder deine bereitgelegten Utensilien.
  6. Ziehe nach 2-3 Wochen ein Fazit. Fühlt sich gut an was du gerade tust? Hat es dir Wirkung, die du dir gewünscht hast? Nur weil für deine Freundin Yoga am Morgen die beste Routine ist, muss das bei dir noch lange nicht der Fall sein. Wenn sich keinerlei postivier Effekt einstellt und es Quälerei ist, dann versuche etwas Neues.
  7. Hab Spaß und genieße den Mehrwert aus deiner neuen Routine!
Wie entwickele ich neue Routinen. 7 hilfreiche Tipps.

Ideen für neue Routinen

Du hast keine Idee welche Routine dir gut tun könnte? Warte, ich glaube ich weiß da was. Wie wäre es denn mit:

Musik hören, Morgenseiten /Tagebuch schreiben, Traumtagebuch führen, schreiben, spazieren, Kuchen essen, backen, kochen, ein Buch lesen, warm duschen, das Bett machen, Yoga, eine Freundin anrufen, eine Gesichtsmaske, ausschlafen, meditieren, Weiterbildung, räuchern, Tarotkarten legen, Pilates, im Garten arbeiten, Fingernägel lackieren, joggen gehen, Zumba, Musik aufdrehen und abzappeln, Zeit in der Natur verbringen, eine Reise planen, Trash TV, Schreibtisch aufräumen, früh schlafen gehen, häkeln, filzen, malen, ein Instrument spielen, schwimmen, mit einem Tier kuscheln, Kerzen anzünden, aufschreiben wofür du dankbar bist, Wasser trinken, ein Bad nehmen, Fußpflege, innehalten, umdekorieren, dein Telefon ausschalten, Atemübungen, Kaffee/ Tee trinken, üben „nein“ zu sagen, wandern gehen, im Park sitzen, ins Kissen schreien, to do listen schreiben, singen, ehrenamtlich tätig werden, etwas spenden, die Schulter kreisen, töpfern, küssen, jemanden umarmen (auch dich selbst), durchatmen, Lieblingsklamotten anziehen, schminken, Podcast hören, früher Feierabend machen, masturbieren, Essen bestellen, einen babysitter engagieren, puzzeln, Wolken beobachten, dich schütteln, Emotionen bewusst zulassen, kalte Dusche, Wechselduschen, Wassertreten, lächeln, nordic walking, 10 Finger tippen lernen, speed reading, makramee, neue Pflanzen kaufen und pflegen, basteln, jemanden beschenken, seilspringen, Schlittenfahren, Schlittschuhlaufen, ein Instrument lernen, im Tierheim vorbeischauen, goldene Milch trinken, …

Jetzt sag mir nicht, dass da nichts dabei war 😉
Ich wünsch dir viel Spaß bei deiner neuen Routine. Berichte uns gern welche es geworden ist und wie es läuft. Schau dich gern auch in unserem Blog um, du wirst viele interessante Beiträge zu den Themen Achtsamkeit, Kreativität und Basenfasten finden.
PS: Bitte starte nicht erst am 1.1., morgen ist ein toller Tag, um damit anzufangen!

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